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Alternative Netzbetreiber stemmen gut drei Viertel des Ausbaus mit ultraschnellen Glasfaseranschlüssen

Die BREKO Breitbandstudie 2015 zeigt: Lokale und regionale Netzbetreiber sind der Innovations- und Investitionsmotor Deutschlands

15. Juli 2015

Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) hat heute die von ihm erhobenen Marktdaten zur aktuellen Lage auf dem Telekommunikationsmarkt vorgestellt. Im Rahmen eines Webinars erläuterte BREKO-Vizepräsident Johannes Pruchnow die wichtigsten Ergebnisse der BREKO Breitbandstudie 2015. Im Anschluss daran nahm der renommierte Telekommunikationsexperte Dr. Karl-Heinz Neumann – bis Ende vergangenen Jahres Geschäftsführer des vom Bundeswirtschaftsministerium getragenen Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) und seit April dieses Jahres stellvertretender Vorsitzender des BREKO-Beirats – eine wissenschaftliche Einordnung der Marktdaten vor.

Wichtigstes Ergebnis der BREKO Breitbandstudie 2015: Der Ausbau mit ultraschnellen Glasfaseranschlüssen bis zum Gebäude (FTTB) oder bis direkt in die Wohnung (FTTH) wird mit großem Abstand durch die alternativen Netzbetreiber – zum überwiegenden Teil Mitgliedsunternehmen des BREKO – vorangetrieben. 76 Prozent des Glasfaserausbaus (FTTB / FTTH) in Deutschland erfolgen durch die überwiegend lokal und regionalen tätigen, alternativen Carrier. Die Wettbewerber haben im vergangenen Jahr mit 57 Prozent den größten Teil der Investitionen in den deutschen TK-Markt geleistet und ihre Investitionssumme mit insgesamt 4,2 Milliarden Euro im Vergleich zu den Vorjahren noch einmal deutlich erhöht.

„Die BREKO-Netzbetreiber investieren nachhaltig in die Zukunft Deutschlands und schaffen so die unverzichtbare Grundlage für die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft“, kommentiert BREKO-Vizepräsident Johannes Pruchnow die Ergebnisse der aktuellen BREKO Breitbandstudie. „Die diesjährigen Ergebnisse unserer Breitbandstudie bestätigen erneut: Breitband ist ganz klar Standortfaktor Nummer Eins. Unsere Mitgliedsunternehmen haben im vergangenen Jahr fast drei Mal so viel von ihrem Gewinn investiert wie die Deutsche Telekom.“

„Eine hervorragende Botschaft für den Glasfaserausbau in Deutschland: Der größte Teil (83 Prozent) der Bevölkerung will seinen Festnetzanschluss behalten – Tendenz weiter steigend“, erläutert BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers die aktuelle Marktanalyse. „Denn die Bandbreiten-Nachfrage wird nach den Erhebungen der BREKO Breitbandstudie 2015 bis zum Jahr 2020 erheblich zunehmen.“ Liegt die aktuelle Standard-Downstream-Bandbreite noch zwischen 10 und 30 MBit/s, erwarten die BREKO-Netzbetreiber bis 2020 einen Anstieg auf mindestens 170 MBit/s im Down- und 105 MBit/s im Upstream.

Das im Festnetz übertragene Datenvolumen hat sich von 2013 (8,8 Milliarden Gigabyte) auf 2014 (10,9 Milliarden Gigabyte) um fast ein Viertel erhöht. Das von einem Internet-Nutzer durchschnittlich übertragene monatliche Datenvolumen liegt aktuell bei rund 27 Gigabyte. Für das Jahr 2015 erwartet der BREKO einen weiteren Anstieg auf 35 Gigabyte pro Monat.

Die mobile Datennutzung findet in immer stärkerem Maße in WLAN-Netzen statt. Eine hochmoderne Glasfaserinfrastruktur stellt folglich nicht nur die wichtige Basis für eine leistungsfähige Breitbandversorgung per Mobilfunk dar, sondern beschleunigt das mobile Surfen per Smartphone, Tablet & Co noch einmal durch die Verfügbarkeit schneller WiFi-Hotspots.

Dr. Karl-Heinz Neumann stellte in seiner kurzen wissenschaftlichen Einordnung fest, dass die Deutsche Telekom – trotz der von ihr vielfach als zu massiv und einschränkend kritisierten Regulierung – die größten Margen im deutschen Heimatmarkt erzielt. So liegt die EBITDA-Marge dort seit mehreren Jahren konstant bei Werten um 40 Prozent (konzernweit 2014: 29 Prozent). Bei den Telefonanschlüssen ist die Telekom mit einem Anteil von 84 Prozent noch immer deutlich marktbeherrschend.

„Die aktuelle Strategie der Deutschen Telekom zielt offensichtlich auf eine Re-Monopolisierung des Netzes“, erläutert Neumann. „Mit ihrem Antrag auf den exklusiven Einsatz von VDSL2-Vectoring in den Nahbereichen um die bundesweit rund 7.900 Hauptverteiler (HVt) zeigt die Telekom grundsätzlich dasselbe Verhalten wie bei ihrem ersten Vectoring-Antrag: Sie will ihre Mitbewerber aussperren.“

Hinsichtlich des flächendeckenden Ausbaus mit zukunftssicheren Glasfaseranschlüssen (FTTB / FTTH)  verwies Neumann auf besonders engagierte Bundesländer wie Schleswig-Holstein. Das Bundesland hat ein eigenes Infrastrukturziel ausgegeben: Bis 2025 sollen mindestens 90 Prozent der Haushalte und bis 2030 alle Haushalte über einen Glasfaseranschluss verfügen, der symmetrische Bandbreiten von bis zu mehreren Gigabit pro Sekunde stabil ermöglicht. Schon heute steht 23 Prozent aller schleswig-holsteinischen Haushalte ein besonders schneller Glasfaseranschluss zur Verfügung (Bundesdurchschnitt: 4,5 Prozent). Grund hierfür sind unter anderem die Errichtung eines eigenen Breitband-Kompetenzzentrums, sehr günstige Finanzierungskonditionen über die landeseigene Investitionsbank sowie der gezielte Einsatz von Fördermitteln.

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Pressekontakt:
Marc Kessler
Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO), Invalidenstraße 91, 10115 Berlin
Tel.: 030 / 58 58 0 - 411
Fax: 030 / 58 58 0 - 412
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