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Telekom attackiert massiv den Breitbandausbau der City- und Regional-Carrier in Deutschland

Regulierungsverfahren der Telekom will Wettbewerbern den entbündelten Zugang zum Kabelverzweiger (KVz) nur noch im Ausnahmefall geben

20. Dezember 2012

Die Telekom hat gestern bei der Bundesnetzagentur ein Regulierungsverfahren zur Änderung der regulatorischen Rahmenbedingungen für den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) - die sogenannte letzte Meile - beantragt.
Vordergründig geht es der Telekom um die Einführung von Vectoring. In Wahrheit will die Telekom aber unter dem Deckmantel einer innovativen Technologie den an Dynamik stark zunehmenden Glasfaserausbau der Wettbewerber massiv behindern. Das ist der klare Schwerpunkt des Regulierungsantrags. Die Anträge sind darauf ausgerichtet, den für den Netzausbau der Wettbewerber so wichtigen entbün-delten Zugang zum KVz drastisch einzuschränken. Ginge es der Telekom um Vectoring, so könnte die Technologie eingesetzt werden, ohne die  bestehende Regulierungsverfügung zu ändern.

"Ich bin sehr enttäuscht. Noch im NGA Forum hat die Telekom sich eindeutig für Kooperation beim Einsatz von Vectoring ausgesprochen. Der Regulierungsantrag spricht jedoch eine ganz andere Sprache: hier geht es der Telekom eindeutig um
Remonopolisierung", stellt Ralf Kleint, der Präsident des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (BREKO), fest. Und der Geschäftsführer des BREKO, Dr. Stephan Albers ergänzt: "Die von der Telekom beantragte Einschränkung des  Breitbandausbaus für die Wettbewerber ist eine schlechte Neuigkeit für die Breitbandversorgung in Deutschland und vor allem für die Bürgerinnen und Bürger in ländlichen Gebieten."

Der BREKO macht sich stark für einen wettbewerbskonformen Einsatz von Vectoring. Das Potenzial von Vectoring kann nur im Wettbewerb wirklich genutzt werden, da die Technologie eine Glasfaseranbindung zwischen dem KVz und dem Backbone-Netz voraussetzt. Gerade (aber nicht nur) in ländlichen Regionen wird der Ausbau der Kabelverzweiger aber stark von den Wettbewerbern der Telekom voran getrieben, während die Telekom vor allem an KVz in den bereits durch andere Angebote gut versorgten Ballungsräumen präsent ist. Durch das von der Telekom beantragte Konzept, würden nicht nur die bisher von den Wettbewerbern getätigten Investitionen entwertet, sondern auch weitere wettbewerbliche Investitionen in den Glasfaserausbau verhindert. Da der Konzern faktisch ein jederzeit auszuübendes Zugriffsrecht auf die Kabelverzweiger beansprucht, wäre für weitere Investitionen der Wettbewerber keine ausreichende Sicherheit mehr gegeben.

Vor diesem Hintergrund verteidigen die Wettbewerber in dem nunmehr von der Telekom eingeleiteten Regulierungsverfahren nicht nur den Infrastrukturwettbewerb, sondern auch die Chancen gerade ländlicher Regionen auf eine bessere Versorgung
mit High Speed-Anschlüssen. Der BREKO und seine Mitgliedsunternehmen werden sich dazu mit dem Antrag und seinen Wirkungen sowohl in ihren schriftlichen Stellungnahmen als auch in der mündlichen Verhandlung am 24. Januar 2013 intensiv auseinandersetzen.

Über den BREKO:
Der Bundesverband Breitbandkommunikation e. V. (BREKO) repräsentiert den Großteil der Festnetzwettbewerber der Telekom Deutschland. Unsere Mitglieder vermarkten ihre Produkte vor allem auf Basis eigener Infrastruktur in Kombination mit dem entbündelten Teilnehmeranschluss (TAL) der Telekom Deutschland; vermehrt bieten sie aber auch eigene hochleistungsfähige Glasfaseranschlüsse direkt zum Kunden (FTTH/B) an.

Seit seiner Gründung im Jahre 1999 tritt der BREKO erfolgreich für den Infrastrukturwettbewerb im deutschen Telekommunikationsmarkt ein. Die über 130 BREKO-Unternehmen, darunter City- und Regionalcarrier sowie Stadtwerke
versorgen sowohl Ballungsräume als auch ländliche Gebiete, die „weißen Flecken“, mit hochleistungsfähigen Glasfaseranschlüssen. Dazu haben sie im Jahre 2011 rund 1,5 Mrd. Euro investiert und dabei einen Umsatz in Höhe von etwa 7 Mrd. Euro erwirtschaftet. Damit leisten die BREKO-Unternehmen einen maßgeblichen Beitrag zum flächendecken Glasfaserausbau sowie zur Erreichung der Breitbandziele der Bundesregierung. Auch weiterhin sind die BREKO-Unternehmen zu Investitionen bereit. Vor diesem Hintergrund tritt der BREKO für verlässliche gesetzliche und regulatorische Rahmenbedingungen ein, dazu gehören beispielsweise eine angemessene Regulierung von Vorleistungen und eine einheitliche Regulierung im gesamten Bundesgebiet. Der BREKO ist zudem maßgeblich an der Entwicklung von Open Access-Geschäftsmodellen beteiligt, bei denen die unternehmerische Freiheit bei der Ausgestaltung einer diskriminierungsfreien Zugangsgewährung an Dritte im Vordergrund steht. Weitere Informationen finden Sie unter www.brekoverband.de.

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Pressekontakt:
Marc Kessler
Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO), Invalidenstraße 91, 10115 Berlin
Tel.: 030 / 58 58 0 - 411
Fax: 030 / 58 58 0 - 412
E-Mail: kessler@brekoverband.de
Internet: www.brekoverband.de